GANBIS HOLZGESCHICHTEN

Gratulation du hast den Link auf deinem Kinderholzbooklet richtig eingegeben.
Erstmals danke, dass du Kinderholz gekauft hast. Du hast uns und hoffentlich auch dir eine Freude gemacht. Schon zur Geschichte vorgedrungen – fein. Hier findest du alle Geschichten, die es bis jetzt gibt. Such dir eine aus. Klickst du auf Ganbi jeweils unter den Geschichten, kannst du dir die Geschichte anhören. Unsere Kinderholzgeschichten sind kurz und bündig, für jedes Alter geeignet und man kann sogar etwas dabei lernen. Viel Spaß beim Lesen oder vorlesen lassen.

Es war einmal…

Kinderholzgeschichten

DIE GESCHICHTE VOM VOGEL UND DEM BAUM

Vor vielen, vielen Jahren da lebten in einem tiefen Wald die verschiedensten Bäume, waren alt und jung, waren befreundet oder auch nicht. Unter ihnen gab es einen schlanken, hohen Baum, der liebte nichts mehr als den Gesang eines kleinen Vögleins, das jeden Morgen auf seinem höchsten Ast ein langes Konzert gab. Der Baum verliebte sich in dieses Vöglein namens Rotkehlchen. Und weil er das Rotkehlchen so sehr liebte, ihm aber seine Liebe nicht gestehen konnte, weil es die Sprache der Bäume nicht verstand, wurde der Baum sehr, sehr traurig. Eines Tages raffte er sich auf und beschloss, dem Rotkehlchen seine Liebe auf andere Art zu zeigen.

Du musst wissen, dass das Federkleid des Rotkehlchens  auf der Vorderseite rot ist.

So wollte auch die Lärche ihre hellgrünen Nadeln rot färben. Doch das war nicht so einfach. Zuerst wurden ihre Nadeln nur gelb. Damit war sie aber nicht zufrieden. Sie strengte sich noch mehr an, bis sie es endlich geschafft hatte – ihre Nadeln waren endlich dunkelrot.

Das dachte sie, müsste dem Rotkehlchen doch auffallen, denn sie sah es offensichtlich und ganz unmissverständlich als Liebeserklärung. Doch dem Vöglein fiel das neue Kleid der Lärche gar nicht auf.

Von Tag zu Tag wurde es kühler und kühler, und das Rotkehlchen besuchte sie nicht mehr jeden Tag. Als der erste Frost kam, besuchte das Vöglein sie gar nicht mehr. Aber weil sie so traurig war, ließ sie in diesem Herbst wie ihre Nachbarn, die Laubbäume, alle ihre Nadeln fallen.

Du musst wissen, dass unser Baum eigentlich ein Nadelbaum ist und diese normalerweise keine Nadel verlieren – bis auf die Lärche.

Unser Baum weinte um das Rotkehlchen. Er weinte so lange, bis er ganz kahl war. Dann endlich konnte er schlafen und seinen Kummer den ganzen Winter lang vergessen. Eines Morgens im Frühling aber, flatterte sein Rotkehlchen wieder auf seinen angestammten Platz, ganz oben auf unserem Baum. Diesmal aber fing es nicht zu singen an. Nein, es hatte einen kleinen Zweig im Schnabel und legte ihn behutsam ab. Da kam ein zweites Vöglein, und auch dieses hatte einen Zweig im Schnabel. Beide kamen sie wieder und wieder. Zweiglein um Zweiglein legten sie ab und bauten etwas Wunderbares. So etwas hatte unsere Lärche noch nie gesehen. Sie bauten ein Nest und das kleine Rotkehlchen legte drei Eier hinein. Nach zwei Wochen schlüpften drei kleine Vogelkinder. Unser Baum konnte sich nicht halten vor lauter Entzücken.
Vor Freude schossen all seine Nadeln wieder als junge, grüne Triebe aus seinen Ästen und Zweigen. Und als die Vogelkinder das Fliegen lernten, war unser Baum wieder so grün und prächtig wie eh und je. Den Brauch aber, alle Nadeln im Herbst abzuwerfen und im Frühling neu auszutreiben, behielt die Lärche bei – weil keine Liebe ohne Spuren bleibt. Und so ist die Lärche der einzige Nadelbaum, der im Winter all seine Nadeln verliert.

Ganbis Holzgeschichten Hinweis

Alternativ kannst du hier auch die Audiodatei herunterladen. (ZIP Datei, ca. 6 MB)

DAS EICHHÖRNCHEN UND DIE NUSS

Vor vielen, vielen Jahren vergrub ein Eichhörnchen seinen Nussvorrat für den kommenden Winter. Dutzende, ja hunderte Walnüsse vergrub es, damit genügend Vorrat bis in den
Frühling vorhanden war. Und du wirst es nicht
glauben, es merkte sich jedes einzelne Versteck. Ein Trick des Eichhörnchens machte dies möglich: Für jedes Versteck dachte es sich Geschichten und Reime aus, die ihm halfen, sich an die vielen Plätze zu
erinnern, wo die Nüsse vergraben waren. Einer dieser Reime, der ging so. Beim Gartenzwerg mit großem Bauch, zwei Schritte hinterm Rosenstrauch, drei Ellen vor dem Scheunentor,
vier Hüpfer weg vom Abflussrohr, da liegt die Nuss im Erdloch brav, ich hol sie mir, wenn ich nicht schlaf.

Du musst wissen, dass Eichhörnchen eine Art Winterschlaf halten, es nennt sich Winterruhe – sie schlafen den ganzen Winter, werden aber zum Fressen immer wieder wach.

Dann suchen sie hungrig ihre Verstecke auf, graben sich durch Schnee und Eis zu ihren Nüssen und fressen sie. Und genauso machte es unser Eichhörnchen. Alle seine Verstecke fand es im Winter – alle, bis auf eines. Aber es wusste nicht mehr, wo es suchen sollte. Als es im nächsten Sommer einmal an einem Haus vorbeilief, erinnerte es sich plötzlich an den Vers, der ihm während des ganzen Winters nicht und nicht mehr einfallen wollte……
vier Hüpfer weg vom Abflussrohr … Diese Nuss hatte es vergessen! Unser Eichhörnchen machte eins, zwei, drei, vier Hüpfer weg vom Abflussrohr und …

da stand ein kleiner grüner Stiel mit einem übergroßen Blatt oben drauf. Zart wie ein Grashalm und doch … konnte das sein? Ein Wunder!

Die Walnuss hatte Wurzeln geschlagen und ein Spross war durch die Erdoberfläche gewachsen! Ein Nussbaum war geboren. Unser Eichhörnchen fühlte sich verantwortlich für seinen Schützling, schließlich hatte es ihn ja gepflanzt. Es besuchte den kleinen Nussbaum von nun an jeden Tag, hegte und umsorgte ihn.

Der Nussbaum wiederum war froh um seinen ersten Freund und schwor sich, auf ihn und seine Familie zu achten, solange er lebte. So ist der Nussbaum der beste Freund der Eichhörnchen geworden. Und er ist gewachsen und gewachsen und schließlich so alt und groß geworden, dass wir heute unter seiner Krone sitzen können.
Und alle Eichhörnchen lieben ihn und seine harten Nüsse, die sie so leicht mit ihren scharfen Zähnen knacken können. Und ab und zu vergessen sie eine Walnuss in der Erde, damit sie wächst und groß wird, eigene Nüsse trägt und uns alle überdauert.

Ganbis Holzgeschichten Hinweis

Alternativ kannst du hier auch die Audiodatei herunterladen. (ZIP Datei, ca. 5,2 MB)

DIE GESCHICHTE VOM AHORN UND DER EULE

Vor vielen, vielen Jahren da landete ein kleiner Schmetterling auf einem Ahornblatt. Der Name dieses Schmetterlings war Nachteule, weil er nur in der Nacht herumflog wie eine Eule. Die Nachteule war nicht besonders hübsch. Sie sah eher aus wie eine grauschwarze Flechte, sodass man sie nur sehr schwer sehen konnte, wenn sie am Stamm eines Baumes rastete. Sie landete also am Ahornblatt und legte darauf ein Ei. Aus dem Ei schlüpfte eine kleine, borstige Schmetterlingsraupe, die gelb und orangerot leuchtete, wie ein kleines Lagerfeuer. Zuerst war der alte Ahorn sehr verwundert. So etwas war ihm noch nie passiert. Aber es beschäftigte ihn nicht weiter.

Er hatte ja abertausende von Blättern und konnte sich nicht um jede der Kleinigkeiten kümmern, die tagtäglich auf ihnen passierte. Als die kleine Raupe aber begann, das saftige grüne Blatt unseres Ahorns anzuknabbern, wurde er wieder auf sie aufmerksam. Denn es kitzelte sehr. Aber wie das so ist mit dem Kitzeln, irgendwann, nach längerer Zeit, wird es lästig. Unser Baum war irritiert. Warum tat die kleine Raupe das? Genügte es nicht, die schöne Aussicht vom Baum zu genießen? War es nicht schon genug, dass er ihr Gewicht ertrug? Das Blatt war doch noch so gut wie neu! Und als er sah, dass die Raupe sein Blatt nicht nur anknabberte, sondern regelrecht verschlang, wurde er so richtig wütend. So kam es, dass der Ahorn die Nacht­eulenraupe verjagen wollte. Er dachte bei sich: Wenn ich meine Blätter sehr spitz mache mit vielen Zacken, vielleicht bekommt es die Raupe mit der Angst zu tun und verschwindet. Gesagt, getan. Er machte seine Blätter spitz und zackig, sodass sie am Ende an eine Handfläche erinnerten, die sagte:

„Stopp! Hierher und keinen Schritt weiter! Iss mich nicht!“ Aber die hungrige Schmetterlingsraupe ließ sich von alledem überhaupt nicht beeindrucken und fraß und fraß und wurde groß und dick und fett. Schließlich verpuppte sie sich und unser alter Ahorn war sehr erleichtert. Die fette Raupe schien endlich zu schlafen und er hatte wieder seine Ruhe. Doch nach ein paar Wochen geschah etwas Unerwartetes.

Der Kokon brach auf!  Zuerst sah unser Ahorn nur zwei Fühler. Kurze Zeit später schlüpfte ein fixfertiger Schmetterling heraus. Eine junge Nachteule war geboren! Und als sie ihre Flügel ausbreitete und in die Welt hinaus flog, war der Ahorn so entzückt, dass er laut aufschreien wollte. Für dieses Wunder, so schwor er sich, geb ich gern ein paar Blätter. So geschah es, dass der Ahorn und die Nachteule am Ende doch noch Freunde wurden. Und von da an hieß die Nachteule nicht mehr Nachteule sondern Ahorneule, weil der Ahorn ein paar Blätter für ihre Verwandlung gab und sie nur in der Nacht herumflog wie eine Eule.

Du musst wissen: Bei den meisten Arten schlüpft die Raupe nach etwa 8 Tagen aus den Eiern. Nun muss diese fressen, bis sie dick und fett ist und sich dabei immer wieder „häuten“. Nach der letzten Häutung verwandelt sich die Raupe zur Puppe. Nach etwa 14 Tagen (verschieden von Art zu Art) schlüpft der Falter.

Ganbis Holzgeschichten Hinweis

Alternativ kannst du hier auch die Audiodatei herunterladen. (ZIP Datei, ca. 6,2 MB)

KINDERHOLZ OG | +43 6132 94 111 | spiel@kinderholz.at | Kinderholz - natürlich, vielseitig, greifbar